Frauenbund informiert über die Gesundheit der Frau

Pfarrverband Regen am 19.10.2026

39 Teilnehmer beim Vortragsabend mit Dr. Susanne Schell-Waininger

Die Gesund­heit der Frau stand im Mit­tel­punkt eines Vor­trags­abends des Frau­en­bun­des, zu dem 39 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer gekom­men waren. Refe­ren­tin Frau Dr. Susan­ne Schell-Wai­nin­ger beleuch­te­te dabei die Beson­der­hei­ten der Frau­en­ge­sund­heit und zeig­te auf, wie bio­lo­gi­sche Vor­aus­set­zun­gen und gesell­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen das Wohl­be­fin­den von Frau­en beeinflussen.

Bereits vor mehr als 25 Jah­ren hielt die Akti­ons­platt­form der 4. Welt­frau­en­kon­fe­renz in Peking fest, dass die Gesund­heit der Frau nicht nur das kör­per­li­che, son­dern auch das emo­tio­na­le und sozia­le Wohl­be­fin­den umfasst. Eben­so spie­len das sozia­le, poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Lebens­um­feld eine wich­ti­ge Rolle.

Was ist bei Frau­en anders? Die­ser Fra­ge wid­me­te sich die Refe­ren­tin mit Blick auf Gene, Hor­mo­ne und Erzie­hung. Auch das Frau­en­bild hat sich im Lau­fe der Zeit stark ver­än­dert. Wäh­rend von Frau­en vor rund 100 Jah­ren viel­fach erwar­tet wur­de, brav, artig und füg­sam zu sein, sind heu­te Selbst­be­stim­mung und per­sön­li­che Ent­wick­lung stär­ker in den Mit­tel­punkt gerückt. Schon Maria Ward erkann­te die Bedeu­tung von Bil­dung für Mäd­chen und setz­te sich dafür ein.

Ein wei­te­rer Schwer­punkt des Vor­trags war die medi­zi­ni­sche For­schung. Hier gebe es noch viel zu ent­de­cken, beton­te Schell-Wai­nin­ger. Frau­en und Män­ner unter­schei­den sich unter ande­rem hin­sicht­lich Kör­per­ge­wicht, Was­ser­an­teil im Kör­per und hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen im Monats­zy­klus. Die­se Unter­schie­de kön­nen auch Ein­fluss dar­auf haben, wie Medi­ka­men­te wir­ken. Das Buch von Caro­li­ne Cria­do-Perez mit dem Titel ​„Unsicht­ba­re Frau­en“ ist sehr infor­ma­tiv und lesens­wert. Eben­so kön­nen sich Erkran­kun­gen unter­schied­lich bemerk­bar machen. So äußert sich ein Herz­in­farkt bei Frau­en nicht immer mit den typi­schen Beschwer­den, die man von Män­nern kennt. Des­halb sei es wich­tig, mög­li­che Warn­zei­chen ernst zu neh­men und Sym­pto­me nicht zu verharmlosen.

Auch die Mehr­fach­be­las­tung vie­ler Frau­en kam zur Spra­che. Wer­den Beruf, Haus­halt und Fami­li­en­ar­beit zusam­men­ge­rech­net, arbei­ten Frau­en in Deutsch­land durch­schnitt­lich rund 65 Stun­den pro Woche. Umso wich­ti­ger sei­en Vor­sor­ge, Gesund­heits­be­wusst­sein und aus­rei­chend Zeit für die eige­ne Erholung.

Gesund­heit beginnt im Alltag

Wie lässt sich die eige­ne Gesund­heit stär­ken? Die Refe­ren­tin emp­fahl, Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen und Früh­erken­nungs­an­ge­bo­te wahr­zu­neh­men sowie auf einen aus­rei­chen­den Impf­schutz zu ach­ten. Eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung nach den Emp­feh­lun­gen der Deut­schen Gesell­schaft für Ernäh­rung, aus­rei­chend Was­ser oder unge­süß­ter Tee und der Ver­zicht auf Niko­tin sei­en wei­te­re wich­ti­ge Bau­stei­ne. Regel­mä­ßi­ge Bewe­gung von zwei­ein­halb bis fünf Stun­den pro Woche tra­ge eben­falls wesent­lich zur Gesund­heit bei.

Beson­ders ging Schell-Wai­nin­ger auf die Vor­beu­gung von Osteo­po­ro­se ein. Bewe­gung, eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung mit Vit­amin D und Cal­ci­um – bei­spiels­wei­se durch cal­ci­um­rei­ches Mine­ral­was­ser und Milch­pro­duk­te – kön­nen hel­fen, die Kno­chen­ge­sund­heit zu unter­stüt­zen. Auch ein maß­vol­ler Umgang mit Alko­hol und der Ver­zicht auf Niko­tin sei­en wichtig.

Bei Wech­sel­jah­res­be­schwer­den kön­nen Bewe­gung, Sport und Ent­span­nungs­übun­gen das Wohl­be­fin­den för­dern. Grund­sätz­lich gel­te es, die eige­nen Bedürf­nis­se ernst zu neh­men und recht­zei­tig für Aus­gleich zu sorgen.

Auf die Balan­ce kommt es an

Zum Abschluss fass­te die Refe­ren­tin die wich­tigs­ten Grund­la­gen eines gesun­den Lebens­stils zusam­men: guter Schlaf, bewuss­te Ernäh­rung, mög­lichst wenig Stress, regel­mä­ßi­ge Ent­span­nung sowie gute Bezie­hun­gen zu sich selbst und zu ande­ren Men­schen. Gesund­heit bedeu­te, Kör­per und See­le glei­cher­ma­ßen im Blick zu behalten.

Der infor­ma­ti­ve Vor­trags­abend zeig­te ein­drucks­voll, wie viel­fäl­tig die Fak­to­ren sind, die die Gesund­heit von Frau­en beein­flus­sen. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer erhiel­ten wert­vol­le Anre­gun­gen, um im All­tag bewuss­ter auf die eige­ne Gesund­heit zu achten.

Foto und Text: Wal­traud Wirthl

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