Zum Gottesdienst am vergangenen Sonntag konnte Pfarrvikar Andreas Artinger den Gospelchor „Joyful Voices“ unter der Leitung von Tanja Wenzl aus Kirchberg begrüßen. Die Sängerinnen begeisterten die Kirchenbesucherinnen und ‑besucher mit ihren Liedern, wie unter anderem zum Eingang mit „Just a little talk with Jesus“, zum Gloria mit „We Pray“, zur Gabenbereitung erklang “Come on and celebrate”, oder nach dem Segen mit „Yakanaka Vhangeri“ (oder: „To be alive“).
„Herr, lehre uns beten“, so war es aus dem Evangelium des Tages zu hören. Pfarrvikar Andreas Artinger hinterfragte dazu in seiner Predigt: „Beten, ist das nicht etwas Altmodisches? Wer betet denn noch? Und wie sollen wir beten? Hat das Gebet überhaupt recht viel Sinn?“ „Fragen, die in uns oft da sind, die uns beschäftigen.“, so Pfarrvikar Artinger. Die Jünger haben damals auch gebetet, aber sie waren damals so nicht zufrieden, meinte Artinger. Deshalb baten sie Jesus, sie beten zu lehren. „Da lehrt Jesus sie das Vater unser, das wir bis heute beten.“ Hier ging Pfarrvikar Andreas Artinger nochmals auf uns selber ein, die regelmäßigen Gebete, die „wir einfach mal auswendig gelernt haben“. „Wenn wir beten, dann bitten wir meist um etwas. Und was ist, wenn unsere Gebete nicht erfüllt werden?“ regte Pfarrvikar Artinger zum Nachdenken an: „Gebet heißt nicht, einfach auswendig Gelerntes herabzuspulen. Gebet bedeutet, mit Gott zu sprechen, mit ihm auch manchmal zu hadern. Gebet kann manchmal einfach ein kurzer Gedanke sein, ein Satz, ein Danke, auch eine Bitte.“, so Artinger. „Viele von uns haben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass das Leben anders verlaufen ist, als man sich das gewünscht habe.“, sagte der Pfarrvikar. „Jesus lädt uns ein, immer wieder voll Vertrauen zu ihm zu kommen, weil das Gebet, weil das Gespräch mit ihm uns einfach Kraft geben will für unser Leben. Wie heißt es im Vater unser: „Dein Wille geschehe.“ Dieser Wille ist nicht immer unser Wille.“, gab Pfarrvikar Andreas Artinger den Kirchenbesuchern mit auf den Weg.
Text und Foto: Eva Kraus

