Wie hart der Alltag ohne Brücken sein kann, davon können die Regener mehr als ein Lied singen. Jedoch auch davon, wie schön es ist, wenn die Verbindung wieder hergestellt ist. Vielleicht lag es auch an den erleichterten Wegen, dass sich so viele kleine und große Gottesdienstbesucher zum Kleinkindergottesdienst am Volkstrauertag im Regener Pfarrsaal eingefunden haben.
„Wir bauen eine Friedensbrücke“ – so lautete das Motto der von Carola Schneid und dem Team vom Kleinkindergottesdienst wieder liebevoll und eindrucksstark gestalteten Andacht. Carola Schneid freute sich zunächst über die Harmonie und das gute „Wir“-Gefühl, welches im Saal und unter den Menschen vorzuherrschen scheint. Aber der Rabe Krah hatte beobachtet, dass das nicht immer so ist. Er musste böse Worte, Hässlichkeit und sogar Gewalt wahrnehmen und war darüber sehr erschrocken. Deswegen ließ er sich auch auf eine Wette ein, dass die Kinder im Pfarrsaal es nicht schaffen, gemeinsam aus Bauklötzen Türme zu errichten und als Team ohne Streit zusammenzuarbeiten. Die Wette ging prompt verloren, als die Kinder eindrucksvoll ihre Meisterwerke präsentierten. Ganz war der Rabe aber noch nicht überzeugt. Ein aufschlussreiches Spiel über Streit und Versöhnung leistete endgültig Abhilfe. Die Freunde Helga und Ruth streiten sich und bewerfen sich schließlich sogar mit Dreck. Da kommt ein starker Regen auf und überschwemmt die Straße zwischen ihnen. Sie fangen an mit Steinen eine Brücke zu bauen und aufeinander zuzugehen. Jetzt erkennen sie, wie wichtig die Verbindung zwischen Menschen ist und wie schön es ist, sich die Hand zu geben. Nicht nur die steinerne Verbindung, sondern auch der Handschlag bildete schließlich eine Brücke und führte die Freunde wieder zusammen. So konnte die Botschaft von Jesus „Beendet den Streit – Vertragt euch wieder – Versöhnt euch“ erlebt und gelebt werden als alle Kinder aus ihren Türmen nun weitere Brücken bauen durften.
Gestärkt mit dieser Erkenntnis, dem Segenslied, einem Erinnerungsgebet und natürlich einer ordentlichen Portion Gummibärchen traten die Gottesdienstteilnehmer ihren Heimweg an, einige sicherlich nun etwas bewusster über die frisch renovierte Regenbrücke.
Text: U. Gürster | Fotos: U. Gürster/Dr. A. Hardt