Klein war in diesem Jahr die Schar der Mitgeher, als Pfarrer Marco Stangl um 6.15 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche den Pilgersegen zur traditionell Moizerlitzwallfahrt erteilte und zugleich auf die besinnlichen Impulse unterwegs einstimmte, die sich um den heiligen Sebastin drehten. Mesnerin Angelika Kreuzer begrüßte die Wallfahrer stellvertretend für die erkrankte Hauptorganisatorin Bianca Schnierle. Raphael Zeitel führte mit dem von Maria Prestel wundervoll geschmückten Kreuz den Pilgerzug an. Pfarrvikar Martin Guggenberger, Sepp Weiß und Max Lösl übernahmen das Vorbeten. Im Licht der aufgehenden Sonne hielt man auf dem Weg nach Sallitz kurz inne für einen ersten Impuls von Pfarrer Marco Stangel, der zuerst kurz die Vita des Heiligen erzählte: Sebastian war römischer Soldat und Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert nach Christus, der um 288 n. Chr. In Rom starb. Wegen seiner Zuverlässigkeit wurde er Hauptmann der Leibwache des Kaisers Diokletian. Er half heimlich den verfolgten Christen, tröstete Gefangene und bekannte sich in Zeiten der Christenverfolgung offen zu seinem Glauben. Kaiser Diokletian verurteilte ihn zum Tode und ließ ihn von Bogenschützen mit Pfeilen beschießen. Er überlebte den Beschuss schwer verletzt und wurde von der römischen Witwe Irene gesund gepflegt. Nach seiner Genesung trat er Diokletian erneut mutig entgegen. Daraufhin wurde er zu Tode geprügelt und sein Leichnam in den Tiber geworfen. So wie Sebestian werden auch wir manchmal von Pfeilen durchbohrt, die das Leben so mit sich bringt, wie Krankheit, Scheitern, nicht verstanden werden, so Pfarrer Stangl beim ersten Impuls und tragen Verletzungen davon, die weh tun. In einem gemeinsamen Gebet baten die Wallfahrer Gott um Mut, zur eigenen Verletzlichkeit zu stehen. Gott möge heilen, was zerbrochen ist und die Gewissheit schenken, dass man auch in den schwächsten Momenten von seiner Liebe getragen ist. Im zweiten Impuls ging es um die Standhaftigkeit im Glauben, die der heilige Sebastian so wunderbar vorgelebt hat. Der dritte Impuls vor der Pause in der Kirche in Kaikenried war mit „Die Pflege der Verwundeten“ überschrieben. Christen brauchen offene Augen und Ohren für die Menschen, die Zuspruch und Pflege brauchen, und können so Gottes tröstende Nähe den Mitmenschen weiterschenken. Die Patersdorfer Kirche schon im Blick blieb noch Zeit für einenweiteren Impuls: So wie Sebastian sich in seiner Not bei Gott geborgen fühlte, so dürfen auch wir in Zeiten der Not uns an Gott wenden, wie es auch die Moizerlitzer auf die Fürspache des Heiligen in der Pestzeit getan haben. Die Wallfahrt als Symbol des Unterwegsseins im Leben und im Glauben war der abschließende Gedanke, der in der gemeinsamen Feier der Pilgermesse in Konzelebration von Pfarrer Maco Stangl und Pfarrvikar Martin Guggenberger in Patersdorf seinen Höhepunkt fand. Der Jugend- und Projektchor unter der Leitung von Tina Feilmeier bereicherte den Gottesdienst mit modernen geistlichen Liedern. Reich beschenkt mit geistlichen Impulsen für das Leben und den Glauben machten sich die Wallfahrer auf den Heimweg, wohl der beste Grund, für diese gelungene Wallfahrt Werbung zu machen.
Text: Max Lösl
Fotos: Max Lösl, Angelika Kreuzer und Marco Stangl



