Wenn die Glocken läuten und im Pfarrzentrum ein heller Leuchtstern erstrahlt, dann ist es wieder so weit: Das Team der Kinderkirche unter der Leitung von Carola Schneid lädt die kleinsten Mitglieder der Pfarrei ein, sich gemeinsam auf das Fest einzustimmen. Unter dem Motto „Komm mit! – Schritt für Schritt zur Weihnachtsfreude“ erlebten zahlreiche Kinder mit ihren Eltern, Großeltern und weiteren Begleitern eine stimmungsvolle Stunde voller Gemeinschaft und Vorfreude.
Beten mit Händen und Füßen
Nach einem Moment der Stille und der herzlichen Begrüßung wurde es im Raum feierlich. Die Teammitglieder leiteten das „Sternengebet“ an, bei dem die Kinder nicht nur mit Worten, sondern mit ihrem ganzen Körper teilnahmen: Aus der Hocke erhoben sie sich wie Sterne am Horizont, formten mit den Händen die runde Erde und ließen ihre Finger wie kleine Lichter funkeln. Die Botschaft war ebenso einfach wie tiefgreifend: Gott hat die Sterne gemacht, und einer davon leuchtet ganz besonders für den Frieden auf dieser Welt. Begleitet vom Musikteam und dem Lied „Ein Stern steht hoch am Himmelszelt“, breitete sich im Saal bereits eine erste Ahnung von Weihnachten aus.
Eine Winterwelt im Pfarrzentrum
Mit viel Liebe zum Detail verwandelte die beliebte Handpuppe, der Rabe Krah, den Raum in eine winterliche Landschaft. Braune Stoffe wurden zu Wegen, ein kleines Blechhaus stand mitten im „Wald“. Die Kinder halfen eifrig mit, das Bodenbild zu gestalten: Zapfen ersetzten die Bäume, Watte rieselte als weicher Schnee herab und Tierfiguren bevölkerten die Szenerie. Besonderen Spaß hatten die Jungen und Mädchen dabei, die passenden Tierstimmen beizusteuern. Ob das „Mäh“ der Schafe, das „I‑A“ des Esels oder das Schnurren der Katze – der ganze Raum war erfüllt vom Leben dieser kleinen Winterwelt. Wie so oft wünschte sich Rabe Krah eine Geschichte – natürlich nicht ohne das passende „Geschichtenlied“, das vom Musikteam schwungvoll angestimmt wurde.
Die Verwandlung eines Herzens aus Stein
Im Mittelpunkt stand eine besondere Erzählung über ein kleines Mädchen und einen hartherzigen Mann. Während das Kind draußen in der Kälte fror und um ein wenig Wärme am Feuer bat, blieb der Mann unnachgiebig: „Ich kann die Wärme nicht teilen, das Holz ist zu teuer!“, rief er mit tiefer Stimme. Doch als das Mädchen einem strahlenden Stern folgte und alle Tiere ihr nacheinander nachliefen, blieb der Mann einsam zurück.
Die Wende kam im dichten Schneetreiben: Auf der Suche nach seinen Tieren verirrte sich der Mann, stürzte und fand schließlich – geleitet vom Sternenlicht – den Weg zum Stall. Dort, an der Krippe beim lächelnden Jesuskind, geschah das Wunder: Das Herz aus Stein schmolz. „Komm ins Haus, ich habe Holz genug! Wir wollen die Wärme teilen“, lud er das Mädchen schließlich ein. Eine berührende Darstellung, die durch Klangeffekte und die lebendige Erzählkunst des Teams die Zuschauer in ihren Bann zog.
Ein Segen für den Heimweg
Ein besonderer Moment der Gemeinschaft war das abschließende „Vaterunser“, das die Gruppe nicht nur gemeinsam betete, sondern mit passenden Gesten lebendig werden ließ. Nach dem fröhlichen Lied „Ich will vor Freude singen“ wartete noch eine Überraschung auf die Kleinen: Als bleibende Erinnerung durften sie sich bei den Darstellern des Mannes und des Mädchens ein persönliches Geschenk abholen – die Weihnachtsgeschichte zum Selberlesen für zu Hause sowie „süße Schneebälle“ als kleine Leckerei.
Mit dem feierlichen Weihnachtssegen wurden die Familien schließlich in die Feiertage verabschiedet – erfüllt von der Gewissheit, dass das Licht der Krippe selbst verhärtete Herzen verändern kann.
Vormerken: Die nächste Kinderkirche findet am 25. Januar 2026 statt. Das Team freut sich schon jetzt auf viele bekannte und neue Gesichter!
Text: Andrea Gürster
Fotos: Sandra Kaiser



